Wie lange trauert ein Mensch nach dem Verlust eines geliebten Menschen?
Das ist wahrscheinlich von Person zu Person unterschiedlich, abhängig vom Alter und der Beziehung zu dem Verstorbenen, oder wie plötzlich und unerwartet der Tod eingetreten ist.
Wenn ein geliebtes Elternteil im hohen Alter des natürlichen Todes stirbt, ist es ein sehr trauriger, schmerzhafter Verlust, jedoch aber auch ein Ereignis, das unvermeidlich ist. Der Lauf der Dinge, die Natur.
Jeder Mensch stirbt eines Tages, je älter man ist, desto näher an das Lebensende.
Es war früher üblich, ein Jahr nach dem Tod zu trauern, schwarze Kleidung zu tragen.
Jeder kann natürlich solange trauern, wie er sich traurig fühlt. Man kann und soll weinen, seine Trauer ausleben, aber es ist nicht gut, mit der eigenen Trauer die Umgebung zu belasten, andere hineinziehen, denn sie fühlen nicht dasselbe. Sie können nicht wirklich trösten und sie sind überfordert. Die Trauer braucht ihre Zeit und die Zeit heilt allmählich.
Ich habe selbst mindestens ein Jahr oder 2 Jahre gebraucht, um die Trauer nach dem Tod meiner Mutter, meiner Eltern zu überwinden. Zu meiner Trauerzeit kam der Verlust der Arbeit, Wechsel von Warschau nach Deutschland hinzu, wenig Geld zu der Zeit.
Mir haben Medikamente gegen Depression geholfen. (Mianserin abends, Sertralin morgens)
Ich habe meinen Sohn gehabt, er hat mein Leben mit Leben und Aufgaben gefüllt.
Jemand, der keine Familie hat, keine Kinder, kann sich vielleicht noch einsamer fühlen.
Es wird aber nach 1 – 2 Jahren Zeit, sich nicht mehr aktiv mit der eigenen Trauer zu beschäftigen und sie bewusst zu pflegen. Eigene Depression aktiv herbeizuzaubern ist nicht gesund, es kann das eigene Leben zerstören.
Jeder Mensch sollte sich dem Leben widmen, dem Lebendigen, nicht dem Tod. Besonders wenn man noch jung ist und viel Leben, Arbeit und Ziele vor sich haben kann.
Eine junge, erwachsene Person sollte sich nicht zum Ziel setzen, jahrelang zu trauern.
Man könnte sich selbst damit krank machen, wenn man ständig leidet und die eigene Trauer pflegt und hegt. Auch die Umgebung wird darunter leiden, dein Partner oder deine Partnerin (oder Kinder), die nicht so wie du oder gar nicht trauern, können nicht jahrelang in deine Depression mithineingezogen werden.
Wem sollte dieses Verhalten helfen? Dem Verstorbenen hilft es nicht, und einem selbst tut es auch nicht gut.
Was würden unsere Eltern sich wünschen, wenn sie uns geliebt haben?
Wahrscheinlich, dass wir gesund, glücklich weiter leben und eine schöne, liebevolle Erinnerung an sie haben.
Das würde ich mir nach meinem Tod wünschen, dass mein Sohn glücklich und gesund ist, und dass er jemanden liebt und sich nicht einsam, und nicht lange traurig fühlt.
Das Leben ist eine tolle Sache, um es zu leben.