Herr Wahlteer Pauke

Da ist einiges durcheinander geraten,  ich werde es noch korrigieren. Eine Skizze, ala Licentia poetica…

(kann sauer und stolz sein,  ein Held dieser Geschichte geworden zu sein 😁, im Grunde ein nettes A.)

90-er Jahre in Deutschland

Er war lange in keiner richtigen Beziehung.

Seine emotionalen sowie sexuellen Bedürfnisse wurden während der Studienzeit von einer ca. 20 (?) Jahre älteren Vermieterin seines Studentenzimmers befriedigt und eventuell auch über die Zeit des Studiums hinaus. Dann ist sie aber verstorben und der „Junge“ wurde mit Anfang 30 (?) für den Heiratsmarkt freigegeben.

Mitte 30, ein Einzelkind, hat er beschlossen, eine Frau für die Familiengründung, die Mutter seiner Kinder zu finden. Bisher war keine besonders daran interessiert, denn er gehörte zu den Männern, die man als junge, attraktive Frau lieber übersieht als bemerkt. 

Nicht groß gewachsen, eine Glatze, nicht besonders attraktiv, aber nicht hässlich (finde ich),  unterdurchschnittlich vom Aussehen und außergewöhnlich langweilig. Wirkte aber freundlich und geduldig, angepasst.

Er sprach wenig, schaute zu und war still und leise dabei, mit einer Pfeife in der Hand. Die Pfeife machte ihn etwas interessanter als eine Zigarette es getan hätte. Und auch sein Gehalt (BWL-er, Controller im großen Unternehmen) plus Bankkonto, das machte ihn noch interessanter, besonders für eine nicht sehr wohlhabende Polin, die auf der Suche nach einem Mann mit Geld, dem zukünftigen Vater ihrer und seiner Kinder war.

Da sich auch um sie nicht allzu viele Männer geprügelt haben, hat sie sich für den oben beschriebenen Kandidaten entschieden.

Wie sie ihn selbst beschrieb: klein und hässlich. 

(Aber wohlhabend.)

Dabei gab es so viele gut aussehende vor Ort, schrieb sie mir in einem Brief, den ich bis heute noch habe. Das Meisterstück der Briefekunst war zu schade zum Wegwerfen.

Sie hat es vergessen, W. war total langweilig. Das hat ihr eventuell gefallen, denn sie konnte neben ihm nur  glänzen, auch mit den Deutschkenntisen.

Schreibt man einer Bekannten so über einen zu ihr netten Menschen, der ihr ein gutes Leben und Kinder schenken möchte?

Ich fand es unfair.  Aber was kann man von einer Frau erwarten, die über einen ihrer Exfreunde mit einem spöttischen Lächeln erzählt hat: „duża klatka, mały ptaszek“.

Da würde es mich sehr interessieren, was sie über ihren eigenen Sohn sagen würde? Und wie würde sie sich fühlen, wenn eine Frau ihn so ähnlich oder ganz anders vor Bekannten beschreiben würde? (A może: mała klatka, duży/mały ptaszek?)

Er war auch ein guter Freund von mir, ein sehr netter Kerl und ich fand es respektlos und wenig elegant. Hat er die Beziehung mit ihr beendet? Dann hat er ihren Spott in ihren Augen wohl verdient.

Über sie könnte man es wagen, zu behaupten: „Großer Kopf, weniger Gehirn, kein Herz.“ Sie hat mit dem fleißigen Lernen aber noch viel erreicht und sogar das Referendariat in Deutschland geschafft, was viel Bewunderung (besonders für eine Polin) verdient.  Ich finde, es ist was für Fleißige und Angepasste (!). Ich hätte das nicht geschafft.

Gemeinsame Zukunft

W. war bereit und in der Lage, Vater von gemeinsamen Kindern zu werden sowie die anfallenden Kosten dafür zum größeren Teil zu übernehmen.

Sie war bereit und in der Lage, seine „Mutter“ (manchmal wirkte er etwas unreif) und Mutter seiner Kinder zu sein, sowie das halbe gemeinsam ausgesuchte, moderne Reihenhäuschen umzubauen, damit es ihren Vorstellungen entspricht.

Der gute, hell geflieste Boden musste für zusätzliche 5.000 – 10.000 (?) DM (1995?) mit echten Holzpanelen überdeckt werden. Man gönnt sich ja sonst zu wenig! Ein neues Fenster wurde eingebaut, das war sogar, finde ich, sinnvoll. Sie war möglicherweise enttäuscht, dass ich auf ihren kleinen Luxus nicht neidisch war. Nein, das war ich nicht, und habe manches sogar kritisch angeschaut.

Für eine goldene Klobrille hat es jedoch nicht gereicht. Zumindest bis zum Jahr 2003. Jetzt gibt es womöglich eine aus Platin, von Porsche als Spezialanfertigung für die Neureiche Ehefrau, deren Großvater sich noch gut an die erlebte Zeit im KZ erinnern konnte.

Wo hat W. seine Auserwählte gefunden?

Angeblich auf der Arbeit, im selben Betrieb… hätte er sie getroffen. Wie trifft ein Controller (Chefetage der Buchhaltung) auf eine Arbeiterin am Fließband? In der Kantine? Auf dem Weg zum Klo? Auch nicht im Raucherbereich, sie war Nichtraucherin.

Heute denke ich, dass es anders war, denn er hätte sie niemals als erster angesprochen, da er zu still,  schüchtern, zu introvertiert und langweilig war.

Sie hätte ihn niemals als erste angesprochen, denn er war klein, hässlich (in ihren Augen) und objektiv langweilig. Sie hätte ihn nicht gewählt und von ihm hätte sie ganz bestimmt keinen Korb bekommen wollen.

Wenn Frau aber 26 wird und Kinder haben möchte, kann man immer weniger wählerisch sein. Als Polin war man in den 90ern eine zweite oder eine dritte Wahl. Womöglich ist man das immer noch. Deutsche haben viele Vorurteile (die Polen/Polinnen auch).

Hat er, oder hat sie eine Anzeige in der Zeitung, Rubrik: Partnersuche, aufgegeben?

Das wäre möglich gewesen,  da es damals eine der Möglichkeiten war, den Mann / die Frau für die gemeinsame Zukunft zu finden, gerne ohne Anhang.

Es ist nichts dabei, die Methode habe ich 10 Jahre später selbst erfolglos ausprobiert. Damals gab es kein allgemein zugängliches Internet.

Aber offiziell haben es beide nie erwähnt. Sie wurden auch nicht gefragt.

Die Hochzeit fand (1992/3?) in Warschau statt und ich wurde sogar eingeladen, wahrscheinlich, um bewundern zu können, was vor meinen Augen passieren durfte.

Er hat sowieso in den 10 Jahren, wenn ich ihn getroffen habe, höchstens 4 Sätze gesagt: Hallo,  Tschüß, Danke gut und: „Was macht dein Virus?“

Der letzte Satz war einer zu viel und er bekam zu hören, wie ihn eine verzweifelte, alleinerziehende, einsame Furie mitten im Burnout (2002/2003?) ein „Arschloch“ tituliert hat. Worauf er: “ 1 zu 0″ erwidert hat. Es sollte also eine Provokation sein. Was sollte/wollte er gewinnen? Mich rausekeln? Hat seine Frau ihn darum gebeten? Keine Ahnung, aber ganz bestimmt ein Arschloch, bzw. zwei von der Sorte.

Zwei glücklich verheiratet und zufrieden, mit Kindern in ihrem Reihenhäuschen. Oder doch nicht so glücklich? Müssen glückliche Menschen andere klein machen? Narzissten schon, das macht sie glücklich.

Warum hat sie ihm von meiner Krankheit erzählt, hat sie das amüsiert? Jetzt können wir gemeinsam darüber lachen… und eine halbe Welt mit uns mit. Viel Spaß allerseits!

Nun wird es hier „2 zu 0“ werden, wenn dieser Text zu Ende geht. Oder sogar 3:0 wenn ich ihn fragen würde, ob seine Frau immer noch an Krampfadern leidet, wie mit Anfang 30? Wurde sie wieder operiert? Ich bin besorgt.

Oder, ob sie immer noch, wie damals mit mir 1986 in Magdeburg (DDR), leere Pfandflaschen sammelt, um diese für paar Cent zurückzugeben?

Oder 4:0 wenn ich Herrn Wahlteer fragen würde, ob er manchmal an sein abgetriebenes Kind denkt, das mit einem Chromosomenfehler zu der perfekten Familie nicht gepasst hat? War er für oder gegen eine Abtreibung? Gläubige Christen, die ein Kind schon getauft haben.

Ich habe von euch gelernt, wie man ein Arschloch ist und warum man im Nachhinein eins sein will.

Wie eine Bekannte von W’s Mutter über die Polin A. ungefähr sagte, „wenigstens sah man es ihr nicht sofort an, dass sie einen Migrationshintergrund hatte“. Man sah es ihr auch nicht direkt an, dass sie in erster Linie nur sein Geld heiratet und den Samenspender für ihre Eizellen. Und einen Mann, der gerne putzt. Ich hoffe, sie hat ihn mit den Jahren auch lieben gelernt, denn so lange zusammen ohne echte Zuneigung, das stelle ich mir schwierig vor.

Eine Asiatin als Schwiegertochter war in den 90-ern für manche ein Grund, sich als Schwiegermutter oder Schwiegervater zu quälen…

A. war eine Polin. Besser als gar keine Frau. Sie hatte jedoch einen Hauch von „asiatisch“ im Aussehen. Eine schwarzhaarige Schönheit, Geschmackssache. Sie hätte mehr Ausstrahlung, wenn sie vom Herzen und nicht nur hönisch und spöttisch hätte lächeln können.

Wussten die deutschen Schwiegereltern, dass der Großvater von A. als Jude einige Zeit lang im KZ verbracht hat? Sie hat es einmal erwähnt, sein Gesicht wäre dort dem Boden im Winter angefroren.

Auch heutzutage habe ich (in der Reha) gehört, man sehe einer Asiatin doch an, sie gehöre zu einem anderen Kontinent.  Interessant wäre es zu erfahren, zu welchem?

Der an einer Heirat durchaus interessierte Wahlteer, fragte seine Auserwählte einmal im Auto während der Fahrt: „A. schau doch mal bitte raus, ob sich die Räder drehen!“.

Ein „cooler“ Witz, den sie wohl nicht auf Anhieb begriffen hat.  Sie habe wohl nachgeschaut…

Autofahren war damals nicht ihre Stärke.

W. = ein A. und Autist mit „Sinn für Humor“?

Als ich mit den beiden einmal im Auto gesessen habe, hat A. ihrem W. ein Bonbon angeboten, ich saß hinten und wurde nicht mal gefragt, ob ich eins möchte, auch von ihm nicht. Ich war Luft und man konnte Luft leicht vergessen. Ein solches Verhalten ist mir unverständlich.

War das seine passiv aggressive Art, ihr ab und zu seine gewisse Überlegenheit zu zeigen? Hielt er sie für nicht sehr intelligent, oder war sie es sogar? Ich bin an der Uni Warschau durch keine Prüfung durchgefallen, im Gegensatz zu ihr. Die Geschichte der deutschen Sprache war im ersten Anlauf für sie zu schwer. Sie hat es wohl auch nie erwähnt (? oder ich weiß es nicht mehr), warum sie nach dem Abi 2 Jahre später angefangen hat, zu studieren. Aupair in Deutschland war wichtiger? Ich kann mich nicht erinnern,  ob sie vorher eine Aufnahmeprüfung für ein Studium nicht geschafft hat?

Der Aufenthalt in Deutschland war sehr hilfreich, um besser Deutsch zu lernen. Sie sprach 1990 besser Deutsch als ich, hatte 2 Jahre länger Erfahrung, war 2 Jahre älter als ich. Die Aussprache fiel ihr leichter als mir.

Um im Jahr circa 1983/84 in die BRD zu gelangen, musste man gute Beziehungen in der Partei (PZPR) haben. Sonst war es kaum möglich, einen Pass zu bekommen, insbesondere als jung, unverheiratet, ohne Kinder. Ihre Mutter war bei der Stadtverwaltung (Partei), wo sie auch in den 90ern eine Stelle für ihre Schwiegertochter, Ehefrau von Grzegorz Surówka (mit Vitamin  B) ermöglicht hat. Oder haben auch schon die Großeltern den Kommunismus nach 1945 wohl glücklich mitaufgebaut? Ein Einfamilienhaus (von den Großeltern) in Warschau (Wola) besaßen die wenigsten. Wahrscheinlich wohnt Grzegorz dort noch. Er mag sogar ein wenig berühmt sein, wenn auch die Schlagzeilen nicht besonders lobend sind. Ein Fluch der Familie?

Sie hat einmal über ihren jüngeren Bruder erzählt: Jemand hat an seinem kleinen Fiat die Scheibenwischer geklaut (war üblich in Warschau, 80er bis 90er Jahre), so hat er vom Nachbarauto die Scheibenwischer genommen. Eine Veranlagung für Gerechtigkeit lag wohl im Blut der Familie S. sowie eine Eignung, leitende Positionen (in Warschau) zu erhalten. Beziehungen haben sicherlich nicht geschadet. Hat die Mutter Frau Gronkiewicz-Waltz gekannt?

Vielleicht wurde mein Vater, ein ehemaliger AK (Armia Krajowa) – Soldat, sogar von ihrem Großvater im Amt (UB = Urząd Bezpieczeństwa?) in den 50er Jahren verhört? Ich kenne seinen Nachnamen nicht, denn A. trug den polnischen Namen ihres Vaters aus Mszana in der Tatra, Sur…ka. Ob die Oma schon ihrer Tochter einen guten Rat gegeben habe, „nie wymydli się“, und du kannst schwanger werden und einen polnischen Namen heiraten. Den Vater von A. habe ich einmal 5 Minuten lang gesehen, und auf der Hochzeit. Er hat einen sympathischen Eindruck gemacht. Vielleicht wurde er mit einer Schwangerschaft zum Altar geführt, vielleicht hat er sich verliebt, oder wollte in Warschau bleiben, denn in dem kleinen Ort Mszana war es damals ein bisschen langweilig. Nun wird sein Name und der seines Sohnes durch die Schlagzeilen der polnischen Zeitungen bekannt gemacht.

Nach dem Krieg waren viele Juden im polnischen Sicherheitsdienst (UB) und auf hohen Posten in der Politik tätig. Die Holokaust-Überlebenden haben häufig mit den Russen (Besatzer in Polen nach 1945) zusammengearbeitet. Nach Jahren der Erniedrigung und des Leidens (1939 – 1945) ergab sich unter der russischen Besatzung eine Chance auf gute Positionen in Verwaltung und Regierung. Und diese hat die AK (Armia Krajowa)-Soldaten verfolgt, verhört, ermordet.

Eine Tante von A. lebte in Kanada. Viele polnische Juden sind nach Kanada ausgewandert, u.a. auch in 1968.

Ich habe mit ihr über diese Themen nicht gesprochen. Man hat über diese Themen nicht gesprochen. In meiner Generation trafen aufeinander die Kinder der Parteileute und der Solidarność – Leute. Wir haben nicht nachgebohrt, wer, was, wann (von den Eltern) getan hat und warum. Alle konnten sich bloß denken, woher gewisse Positionen, schöne und große Wohnungen, Wohlstand der Eltern und der Großeltern kam, oder nicht vorhanden war.

Es stand ein Buch (oder mehr) über Judentum in ihrem Regal, auch in meinem stehen einige.

Zwei Narzissten auf der Tour durchs Leben. 

Sie haben perfekt (!) zueinander gepasst. Beide wussten, was sie wollten und beide haben ihre Ziele erreicht: ein Reihenhäuschen, 2 Kinder, Ansehen in der Nachbarschaft und am Arbeitsplatz sowie bei  Bekannten und im familiären Umfeld, und vielleicht auch bei eigenen Nachkommen.

Er schrieb ihr einige Zeit lang jeden Morgen kleine Zettel mit Liebeserklärungen sowie Danksagungen, dass er an ihrer Seite leben darf/kann. Die hat sie mir gezeigt, mit der Erklärung, wie sehr er sie liebe!

Ich fand es nett von ihm und sehr unterwürfig, schon aufgesetzt. 40, 50,  oder mehr Zettel… Hat sie die Zettel von ihm verlangt? Sie lagen aufgestapellt auf der Fensterbank in der Küche. Heute müsste davon der ganze Kellerraum voll sein.

Von ihr habe ich keine Antworten gesehen.

Er sagte ihr, sie sei die größte Egoistin, die er kenne, er liebe sie aber unendlich. Auch ich liebte sie irgendwie, zwar auch kritisch in meinem Inneren betrachtet, dennoch liebte ich sie. Wir konnten uns oft gut unterhalten und Spaß haben. Sie ist eine interessante Persönlichkeit, wenn auch nur an sich selbst interessiert (und auch an ihren Kindern eventuell?).

Sie schenkte ihm zu Weihnachten ein schönes und teures (unbedingt!, für sie war nichts teuer genug, sogar ein Schmuckkästchen für 100,- DM) Damennachthemd in ihrer Größe, das sie dann für ihn natürlich, getragen hat.

Sie passten wirklich zueinander. Die Herrin und ihr Haussklave, der nach 5 Tagen im Büro am Freitag Abend den Boden vor meinen Augen geputzt hat, und uns Tee servieren durfte. Es war für mich sehr unangenehm.  Seine Göttin versicherte mir jedoch, dass er das freiwillig und sehr gerne tun würde, aber ich dachte, es war nicht nötig, als ich da war. Männer gibt’s… Dabei war sie zu der Zeit eine Hausfrau und hatte ein Kind, sonst keine Arbeit.

Konnten sie sich keine Putzkraft leisten? Später schon. Eine kam wohl auch aus Polen.  (Zufall?)

A. wie A. war mit 19, 20 (?) Jahren selbst ein Aupair bei einer deutschen Familie. Und sie wusste,  was sie in Zukunft werden wollte! – Eine Ehefrau des Geldes, eine Geliebte im Reihenhäuschen in der Nähe von Wörrstadt, auch in den Armen eines Mannes wie Wahlteer.

Sehr gerne hat W. auch ab und zu Alkohol getrunken, was sie nicht erzählen wollte, es ist ihr jedoch so ausgerutscht. Es war ein kleines Problem, das sich wohl jedoch zum Glück NICHT zu einem großen Problem entwickelt hat. Oder?

Wahlteer wurde mal im Beisein von Bekannten gefragt, wie er zu dieser (grandiosen oder doch schrecklichen?) Frau komme?

Er hielt nur seine Pfeife in der Hand, während sie für ihn antwortete: „Sie wisse, was sie wolle und das habe sie.“ Das gleiche galt wohl auch für ihn. Er widersprach nie und äußerte auch nie seine Meinung. W. war ein stiller Beobachter, der geduldig ertrug, was auch immer, Hauptsache – an ihrer Seite und mit seinen Kindern. Und er war dabei sehr clever, die geliebte Narzisstin wohlwollend zu stimmen.

Sie hatte den friedlichen Wahlteer (und er hatte ein gutes Einkommen), der bereit sowie in der Lage war, mit ihr Kinder zu haben und großzuziehen. Sie sind beide sehr gut geraten.

Sie war mit W. zufrieden, da er ihr so tolle Kinder gezeugt hat. Das abgetriebene Baby konnte man doch vergessen und nie wieder erwähnen, war wohl „wenig lebenswert“ und hätte den Plan für eine 1 A Musterfamilie nur verdorben. Es war wohl ein Fötus, männlich, jedoch mit 2 X Chromosomen (XX), ein Mensch, eine statistische Seltenheit, eigentlich nicht gestört oder schwer behindert, wäre jedoch unfruchtbar gewesen. Sie hat mir von der pränatalen Untersuchung und dann von der Abtreibung nur am Telefon einmal (?) erzählt und das Thema nie wieder, in keinem Zusammenhang erwähnt. Es fiel kein Wort über Zweifel, Mitleid, Gewissensbisse, Trauer, Angst, es hörte sich so selbstverständlich an, dass man einfach dem Pech vorgebeugt hat. Zu der Zeit habe ich vergeblich versucht, schwanger zu werden und für mich waren Gedanken an eine Abtreibung schrecklich, wenn auch ich später eine schuldig war, nicht ganz nur aus meiner Entscheidung.

Ich und A. kannten einander von der Uni und dem Studium in Magdeburg, wo wir 6 Monate lang in einem Zimmer gewohnt haben. Andere haben ein Zimmer zu dritt geteilt.

Als sie mit ihrem Freund einmal im Zimmer gefrühstückt hat, hat sie mich nicht mal gefragt, ob ich mit ihnen Kaffee trinken, oder ein Brot essen möchte. Ich war Luft und Luft konnte man übersehen. Vielleicht war sie der Meinung, dass ich mein Zimmer verlassen sollte, wenn sie Besuch empfing? Nicht wegen des Frühstücks.

Einmal habe ich ihr das Zimmer (für eine oder 2 Nächte) überlassen und habe im anderen Zimmer geschlafen, da ihr zweiter Freund aus Warschau kam, um sie zu besuchen und auch romantische Stunden mit ihr zu verbringen. Für mich war es etwas seltsam, dass man (mit 22) zwei Freunde parallel hat, zu der Zeit (1986) war ich etwas altmodisch, naiv und unerfahren. A. hat wohl auf ihre Oma gehört, und war der gleichen Meinung, „nie wymydli się“. Hat sie gerne gebadet? Die Spiralle verrostete nicht.

1994 im August sind A. und W. zu meiner Trauung mit Gerd (Why?) gekommen, obwohl A. hoch schwanger (im 7./8 Monat?) war, sie war meine Zeugin bei diesem traurigen Ereignis. Warum hat sie nicht abgesagt? Sie hätte einen Grund gehabt. Ich dachte, das war Freundschaft. Heute denke ich, sie hat eventuell daran gedacht, dass ich während der Zeit nach der Geburt bei Bedarf zu gebrauchen gewesen wäre. Und auch später, mit einem Baby zu Hause kann es manchmal langweilig werden. Andere Bekannte lernte sie erst später kennen.

Taufe

1995 gab es schon eine gesunde Tochter. Zu ihrer Taufe wurde ich zwar eingeladen, ich durfte jedoch keine Patin werden, was mich sehr enttäuscht hat. Natürlich habe ich nicht nachgefragt, ich wurde einfach übersehen. Auch deshalb bin ich nicht zur Taufe gekommen, aber vor allem, weil ich depressiv war, da mein Kinderwunsch seit ca. einem Jahr unerfüllt blieb und ich schon eine frühe Fehlgeburt mit Ausschabung erlitten habe. Ich habe deswegen sehr gelitten, war verbittert und traurig.

Oder war ich dort??? Bin mir nicht sicher, auf jeden Fall war ich keine Patin und kam bestimmt nicht zu der zweiten Taufe. Beide Musterchristen und katholisch! Nach außen…

Mitte 30 war ich nicht sehr gläubig und A. hat mich wieder mal hönisch angeschaut, es sei Zeit an Gott zu glauben. Mein Glaube erblühte erst in 2006, dann aber mit voller Kraft und mit einer Himmelsfahrt dazu.

Wäre ich wenigstens eine Patentante geworden, hätte ich die Kleine öfter sehen können, Geschenke bringen dürfen, aber so habe ich mich ausgeschlossen gefühlt und so sollte es auch sein.  Es war wohl so gemeint. Da wurde vorgebeugt, dass die Kleine mich eventuell mag, was die eifersüchtige Mutter nicht gerne gehabt hätte. Genug Geld hätte ich gehabt, um dem Kind ab und zu eine Freude zu machen. Zur Taufe ihres Sohnes bin ich aus den gleichen Gründen nicht gekommen. Sie nahm es mir eventuell etwas übel, weil ein Geschenk gefehlt hat. Ich war damals einfach nur verzweifelt, weil ich seit drei Jahren In Vitro – Versuchen nicht schwanger wurde.

Sie war mit W. und ihren 2 Kindern bei der bescheidenen Taufe meines Sohnes in 2002, wahrscheinlich hatten sie sonst nichts zu tun, ihr Sohn war erst 4 (?) Jahre alt. Ich muss ihr mit der Einladung große Freude gemacht haben, da die Taufe wirklich sehr bescheiden war.

Die dritte Schwangerschaft während der Ehe von A. und W. war ein gesunder Junge. Ein Praktikum im Unternehmen zu bekommen, wo der Vater W. seit 30 Jahren gearbeitet hat, war bestimmt eine Herausforderung.

Ein Besuch mit Verspätung

An einem Nachmittag sollte ich sie besuchen, ich bin mir nicht sicher, ob ich die Uhrzeit genau genannt habe, wann ich kommen würde, denn ich sollte über Nacht bleiben, also dachte ich, wir haben genug Zeit. Sie hat sich aber vorgestellt, dass sie mir den mit aller Perfektion toll gedeckten Tisch präsentiert. Angeblich haben sie auf mich mit dem Essen gewartet, was ich nicht wusste und was nicht nötig war.

Da Mainz in der Nähe liegt, habe ich vorher noch einen kurzen Abstecher in die „Zeitungsente“ gemacht, eine Kneipe, in der wir früher gearbeitet haben und ich bin eine Stunde später gekommen, als sie mich erwartet hat.

W. hat die Tür aufgemacht, sie saß im Wohnzimmer auf dem Sofa, hat mich nicht angeschaut, nichts gesagt. Ich sollte wohl wegen der Verspätung um Vergebung bitten. Ich bin jedoch nicht auf die Knie gefallen und bin die 120 km gleich wieder nach Hause zurückgefahren. Auch W. sagte kein Wort. Das war ein kurzer Besuch mit Fahrtkosten. Sie war oft gerne beleidigt, ich impulsiv und schnell sauer. So empfängt man niemanden, der 120 km gefahren ist. Kinderspiele mochte ich nicht.

Als wir mit Jacek und A. in Mainz spazieren gegangen sind, haben ich und Jacek viel Spaß gehabt. Das hat A. offensichtlich gestört, denn sie hat sich vor uns plötzlich um die Ecke versteckt, und wir sollten sie suchen. Kinderkram mit 25…

Sie war mit 25 Jahren beleidigt, weil ich eine Salatgurke anders geschnitten habe als sie, mit der Überzeugung es wäre egal, und hat mit mir deshalb 3 Tage nicht gesprochen und mich nicht angeschaut. Ganz bestimmt habe ich mich zuerst entschuldigt und um Verzeihung gebeten, um diese „Freundschaft“ nicht zu verlieren.

Natürlich war ich A. dankbar, da sie mir 1989 erzählt hat, wie man sich an der Uni Mainz einschreiben kann, auch wenn man aus Polen kam. Aber ich musste ihr nicht nur dankbar sein, denn ich habe sie für eine Arbeitsstelle in der „Zeitungsente“, einer Kultkneipe in Mainz empfohlen. Zuerst habe ich eine Stelle dort gesucht, gefunden und dann habe ich sie mitgebracht. Das Geld war gut. Die Arbeit hat Spaß gemacht. Es war (und ist) eine tolle Kneipe mit netten Kolleginnen, nettem Chef Karl (1990) und späterer Chefin Heidi, die ein Herz und Seele dieses Ortes bis heute ist.

A. wurde das freundliche Bedienen der Gäste mit einem Lächeln im Gesicht nicht gerade in die Wiege gelegt. Vielleicht hat sie als Bedienung dem Chef Karl nicht gefallen, sie hat nicht sehr lange dort gearbeitet, wohl auch, weil es ihr nicht gefallen hat, eine Königin am falschen Ort zu sein, nämlich hinter dem Thresen und nicht auf dem Thron.

Zwischendurch hat sie es mir freundlicherweise verschwiegen, dass sie sich um eine Stelle in einer Fabrik beworben hat, was ich zufällig erfuhr. Ich war erstaunt, dass sie es mir verschwiegen hat und etwas enttäuscht. Wollte sie mich als Konkurenz besser fern halten? Konkurrenz bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder nach einem Ehemann? Egal, man musste keine Konkurenz mitschleppen. Einen Ehemann habe ich zu dem Zeitpunkt nicht aktiv gesucht, weil ich zu meinem Leidwesen in Warschau verheiratet war. Nachher wollte ich auch keine Arbeit in einer Fabrik, denn mir hat es in der „Zeitungsente“ gefallen, ich habe noch im Hotel als Zimmermädchen gearbeitet und bei Britta (Geschäftsführerin) privat geputzt. Britta war etwas hochnäsig und arrogant. Ihr Verlobter hat mir kurz vor seiner Trauung mit Britta mitgeteilt, dass er mich lieber heiraten würde. Es war überraschend.

War W. auf unsere Bekanntschaft eifersüchtig?

Konnte er es nicht lange ertragen, dass er vor meiner Nase geputzt hat und mir (sehr gerne!) Tee serviert hatte? Es war nicht meine Schuld.  Es war mir sehr unangenehm. Mochter er unsere Gespräche und Telefonate auf Polnisch nicht?

Er hat sich ein wenig bemüht, meine Bekanntschaft mit seiner Königin zu zerstören. Beide haben sich darum bemüht,  insbesondere seit ich geschieden und alleinerziehend wurde. „Freunde“ und Bekannte lernt man in Not kennen.  👍😭💩

Dabei wollte ich nichts außer Freundschaft, auch für meinen Sohn, der keine Familie hier hatte. Ich hatte genug Geld und für später 1,5 Wohnungen in Warschau, die ich im Notfall verkaufen konnte. Mein Lebensstil war bescheiden und billig, und so konnten sie denken, dass ich finanziell ein Problem werden konnte, oder insgesamt ein Problem war, alleinerziehend und ohne Familie.

Es ging nicht in erster Linie um mich, dass ich Freunde haben wollte, aber auch um meinen kleinen Sohn, der hier niemanden hatte.

Eine ähnliche Geschichte kannte man schon… Maria und Kind wurden auch nirgendwo gewollt. Das Muster wiederholt sich. Sogar mein Ex-Mann Gerd JOSEF (Briel) hat mich lieber zum ersten Mal zu einer Abtreibung gefahren, anstatt Hilfe und Unterstützung anzubieten.

Es gab aber auch gute Momente: Ich durfte in seinem Haus 1 oder 2 Wochen wohnen, als ich in Mainz (um 1992/3?) gearbeitet habe und seine Frau in Polen war.

Dafür möchte ich mich bei W. recht herzlich bedanken.

Im Ernst: Vielen Dank.  🌹🌹🌹 Echte Blumen schicke ich später . . .

Vielleicht habe er gehofft, dass ich ihn verführen würde? Seine Frau war damals 1 oder 2 Wochen in Warschau. Er mag damals schon gemerkt haben,  was er die nächsten 50 Jahre sehr gerne zu Hause machen muss…

Wir waren zu zweit und alleine, zumindest nach der Arbeit. Und es ist nichts passiert, denn es war nie meine Absicht, einer vermeintlichen, so genannten „Freundin“, den Mann (insbesondere diesen Mann) zu verführen. Es war auch nicht seine Absicht, fremdzugehen. Ich mochte interessante Gespräche.

Wahlteers Frau war auf ihn wohl gar nicht eifersüchtig und ziemlich sicher, dass sich keine andere Frau für ihn interessieren würde. Woher die Sicherheit? Sogar ihre Oma war ein bisschen skeptisch, mich dort mit ihm alleine unterzubringen. Sie habe wohl gedacht, dass alle Frauen / Männer nach dem Motto leben: „nie wymydli się“.

Vielleicht hat er es mir nie verziehen.  🤣🤣

Licentia poetica…

Nun ist sie 60, er 70.

Und ich bewundere ihre so gut funktionierende Beziehung von zwei, die wussten, was sie wollten. Ganz ehrlich. Echte Gefühle, starke Emotionen stehen in einer Partnersachaft oft im Wege. Ein guter Plan von zwei, die sich anpassen, funktioniert oft besser.

Herzlichen Glückwunsch! Das sind bei euch schon über 30 Jahre zusammen. Das können die wenigsten heutzutage. Es natürlich ist leichter, zusammen zu bleiben, wenn sich sonst kaum jemand für solche Menschen ernsthaft interessiert.

Einmal hat sie zu mir gesagt, sie sei neidisch auf meine Erfahrungen in verliebt sein, weil sie nie verliebt war. Und einmal habe ich ihr meine Gedichte aus den 90er Jahren vorgelesen und da war sie auch neidisch, dass ich Gedichte schreiben würde. Ich habe aber meine Gedichte und Texte die meiste Zeit unter Verschluss gehalten, denn ich vermutete, dass diese und ich bloß auf Neid stoßen und/oder gehänselt werden.

Es war erst der Anfang meiner dichterischen Kunst, hoffentlich platzt sie jetzt nicht…. Ihre Enkelkinder würden sie vermissen, wenn sie ihnen mit 5 eigenen Sonnenbrillen in der Hand erklären wird, dass man als ein kleines Mädchen nur eine Sonnenbrille braucht.

(Ihre Tochter hat mit 6/7 (?) Jahren gefragt, und warum hast du drei?)

Das Leben ist ein Abenteuer.

Nun gibt es eine neue Generation von jungen Menschen, die jüdischer, asiatischer, polnischer, deutscher Herkunft in einem sind, oder gab es sie schon seit immer? In jedem Land, in jeder Gesellschaft, in jeder Generation, zumindest im europäischen Raum, aber nicht nur?

Ich habe um Verzeihung gebeten

Ich habe mich nach dem Spruch: „Arschloch“ mit einer Karte bei A. und W. entschuldigt, dass ich überreagiert habe und die zwei durch 2 (?) späte Anrufe genervt habe. Davor hat er mich aber provoziert, sich nie entschuldigt, sie hat den Hörer einfach aufgelegt, also habe ich es versucht, sie zu erreichen.

Und sie haben sich bei meinem Ex-Mann, von dem ich geschieden war und nicht zusammen gelebt habe, beschwert, ich würde die zwei mit Anrufen belästigen. Warum haben sie es mir zuvor nicht freundlich gesagt??? Falls ich zu oft angerufen habe, hätte man dieses mitteilen können.

Ich habe mich bei Walters Eltern nicht beschwert, dass sie ein Arschloch groß gezogen haben.

Danach wurde mir doch noch verziehen und wir haben uns einmal (2004?) alle, mit Kindern, in Ko getroffen. Wir haben u.a. Pommes frites bestellt und die süße Tochter hat gerufen: „Pomysły idą!“ als der Kellner die Pommes an den Tisch brachte. Wir waren zusammen im Neuwieder ZOO.

Danach habe ich mich nochmal mit A. in Mainz (2005?) mit den Kindern getroffen. Es war eine Freude für mich, da ich sehr einsam war und auch für meinen Sohn, der auch niemanden hier hatte.

Dann bin ich nach Warschau, Juli 2005 – Februar 2009. Einmal habe ich sie aus Warschau angerufen, sie hat sich nie mehr gemeldet.

Unsere Wege haben sich vor langer Zeit getrennt, hat sie im Juli 2025 geschrieben, auf meinen Vorschlag, sich zu treffen, aber sie wünscht mir und meiner Familie, ehrlich: Alles Gute!

Manchmal geht es nicht darum, was man schreibt, aber wie man schreibt. Sie hat meinen Sohn persönlich kennengelernt und als Kind einige Male erlebt. Sie kannte auch seinen Vater, war damals bei unserer Trauung und einer kleinen Hochzeitsparty dabei. Und sie hat seinen Vornamen in der E-Mail nicht einmal gennant. Luft ist Luft. Man kann ohne genug Sauerstoff jedoch leicht ersticken.

Meine Kinder brauchen mehr Sauerstoff.

Man trifft sich zweimal im Leben, wird es gesagt.

Niemand ist verpflichtet ein Freund von anderen zu sein, ein wenig Verständnis und Respekt sollte jedoch sein, wenn man eine Bekanntschaft pflegt und auch im Nachhinein. Es war unter der Gürtellinie,  eine alleinerziehende, einsame und kränkende Bekannte, zum Spass fertig zu machen und sogar ihren Ex-Mann zu alarmieren, der auch ein narzisstisches Arschloch war und es allen im Bekanntenkreis vielleicht erzählt hat, wie ich andere nerven würde, um selbst besser dazustehen.

Außerdem glänzen intelligente Menschen nicht mit ihrer Dummheit und Bösartigkeit.

Über Menschen, die sie unterrichtet hat, hat sie gemeint, „oh Mann, sind sie dumm“. Wer sagte das? Als Pädagogin könnte man andere Formulierungen finden und auch Verständnis für Schülerinnen und Schüler, die nicht alle so ein perfektes Leben genießen konnten, wie sie selbst.