Stefan K. , 2000 – 2001
damals ca. 40 Jahre alt
Vom Aussehen interessant, dem Antonio Banderas etwas ähnlich, wie S. selbst gesagt hat: „Eine Version für Kassenpatienten“. 😁
Er war meistens gut gelaunt, lustig und lebte eine gewisse Leichtigkeit des Lebens als Singel.
Stefan war ein Sohn von Gerds bestem Freund Günther.
Als Kind mit 3 Geschwistern wurde er als der Älteste wohl ein wenig emotional vernachlässigt, was er selbst erzählt hat, deshalb hat er sich eine Art eigene Welt erschaffen, künstlerisch und handwerklich sowie als Narzisst, der alles vom Leben nahm, was kam, aber nicht allzuviel zurück gab, zumindest bis Ende 40, als ich ihn gekannt habe. Ein Egoist und Egozentriker.
Stefan hat mir im Mai 2000 beim Umzug aus der ehelichen Wohnung (mit Gerd) geholfen und erzählte mir gerne genau das, was ich hören wollte. Er hätte in Bezug auf die Zukunft ähnliche Wünsche und Vorstellungen wie ich!
– Aber nur in seiner Phantasie während der 10 Minuten, in denen er mir vorgegaukelt hat, dass wir gemeinsam in die gleiche Richtung schauen und uns eine gemeinsame Zukunft vorstellen könnten.
Darauf bin ich ein wenig eingefallen…
Seine Zuneigung war eigentlich relativ einseitig und auf das Eine ausgerichtet, Spaß.
Er wirkte sehr an mir interessiert und ich war bereit, mich auf ihn einzulassen, was geschehen ist. Ein junger Mann, ganz anders als Gerd, damals 64 Jahre alt. Nach 10 Jahren in einer ungesunden Beziehung ein frischer Wind und Sonnenschein, eine neue Freiheit, wenn auch etwas mit Angst um die Zukunft verbunden.
Einerseits fand ich ihn attraktiv, andererseits war ich sehr einsam. Ich habe gehofft, dass wir eine echte Beziehung aufbauen wollen und können.
Es war erfrischend und ein Abenteuer mit Aussicht auf Familie? Falsch gedacht.
Nach 2, 3 Monaten (Mai – August) wurde mir immer mehr klar, dass S. ein großer Teenager ist, ein Phantast, ein Graszüchter und Raucher, ein Manipulant und Lügner, den man oder Frau nicht ernst nehmen und auf den ich mich nicht verlassen kann.
Er wollte keine richtige Beziehung, er wollte keine Kinder, und schon gar kein Häuschen im Hunsrück, das er mir am Anfang unserer Freundschaft bildhaft als seinen Herzenswunsch beschrieben hat. Offensichtlich hat es ihn amüsiert, mich an der Nase herumzuführen.
Na ja, ich habe immer noch an Joachim ❤️🩹 gedacht, der mich einmal in meinem neuen Appartement besucht hat ❤️🔥❤️🔥 und plötzlich aus meinem Leben verschwunden war. 💔
Stefan war jemand, der da war.
Ich habe mich lieber mit ihm getroffen, als mit einem sehr netten Kandidaten, der sehr seriös war und ein Häuschen im Hunsrück sogar schon hatte, was ich besuchen durfte. (Seine Frau hat ihn für den Nachbarn verlassen.) Es war mir zu der Zeit zu seriös und zu verpflichtend.
Stefan war nicht so seriös und schon gar nicht verpflichtend. Mehr ein Künstler, was mir gefallen hat.
Ihm waren aber Spieleabende mit Freunden wichtiger sowie Freizeit im Biergarten.
Ich war für ihn eins von seinen vielen Abenteuern. Er war für mich zum Glück kein Heartbreak, aber immerhin eine gewisse ENT-täuschung.
Da habe ich Ende August mit ihm Schluss gemacht und habe mein Leben weiter ohne ihn geplant.
Zwischendurch habe ich Stefan mitgeteilt, dass er ein Arschloch ist, wozu er hinzugefügt hat: „Aber ein nettes A.“ Eigentlich schon, wenn man das Leben sehr leicht und unbekümmert nehmen kann, gerne angelogen, manipuliert und benutzt wird.
Ich war 34 und in der schwierigsten Phase meines Lebens, nach der Trennung von meinem Mann, alleine in einer kleinen Übergangswohnung, einem Appartement, ohne Freunde, ohne Familie, sehr einsam und ziemlich verzweifelt.
Es war nicht leicht, allein in dieser Stadt zu sein, es war emotional sehr chaotisch und belastend. Ab und zu habe ich allein Wein getrunken, was ich aber nicht dauerhaft tun wollte. Ein gewisser Grad an Vernunft hat mich zum Glück nicht verlassen.
Es hat Stefan eindeutig nicht viel ausgemacht, dass wir uns wochenlang nicht mehr gesehen haben.
In der Zwischenzeit der Trennung von ca. 3 – 4 Monaten ist einiges in meinem Leben passiert.
Mitte November 2001 bin ich in Warschau schwanger geworden. Es war eine Verzweiflungstat, aber mein sehnlichster Wunsch ist wahr und ich nicht wahnsinnig geworden. Die Schwangerschaft hat mein Leben gerettet.
Ende Dezember 2000 hat mich Stefan zu seinem Geburtstag eingeladen und dann ein paar Tage später, um gemeinsam Silvester zu feiern.
Bei der Silvesterfeier hat er gemeint, er wäre gerne wieder mit mir zusammen.
„Das ist schön, Stefan“, habe ich erwidert, „aber ich bin jetzt 5 Wochen schwanger“.
Es war eine Überraschung.
Er hat noch hoffnungsvoll gefragt: „Von mir?“
Er wollte doch gar nicht und hat alles unternommen, damit er kein Vater wird.
Da musste ich ihn enttäuschen und erklären, dass ich zwischendurch in Warschau war und Witek getroffen habe, der biologischer Vater meines Kindes werden wollte, ohne Verpflichtungen. Wir haben es beide so gewollt.
Kurze Zeit später hat Stefan gemeint, ich solle das Baby abtreiben, denn er würde mir ein Neues machen.
Was haben manche Männer im Kopf? Die in meiner Nähe wollten bloß meine Babys abtreiben, Gerd, Stefan.
Mein Sohn Adam ist 24 Jahre alt.
Die beste Entscheidung meines Lebens, auch wenn es oft nicht einfach war, alleinerziehende Mutter zu sein.