Geld

In meiner ersten Beziehung, meiner ersten Ehe war ich diejenige, die sich um die Finanzen mehr gekümmert hat, mehr Geld in die Beziehung eingesteckt hat, wenn es auch nie viel Geld gegeben hat.
Der Vater meines Freundes, später Mannes, verstarb als er Witek 18 Jahre alt war. Seine Mutter bekam Witwenrente, sie hatten nicht viel Geld.
Ich habe mich stets bemüht, einen Job zu bekommen, Geld zu verdienen, mal zusammen mit Witek, mal alleine.
Es war für uns selbstverständlich, dass wir das teilten, was wir hatten. Und auch nach der Scheidung habe ich ihm finanziell geholfen.

Meistens hatte ich etwas mehr, es war aber normal, dass wir es gemeinsam hatten.

In der zweiten Ehe hatte mein Mann Gerd viel mehr Geld als ich. Er war viel älter und ich aus dem recht armen Polen, er deutscher Beamter.

Es war einerseits angenehm, da er mir einiges bieten konnte, andererseits fühlte ich mich nicht gleichwertig, obwohl ich gearbeitet habe.
Meistens 50% – 70% Stelle.

Gerd war nicht geizig, wir hatten keine Probleme in Bezug auf Finanzen.
Ich nahm gerne, was er anbieten wollte. Ich wusste nicht mal genau, wieviel Geld er wirklich hatte und dachte, er hätte weit aus weniger als er wirklich in Luxemburg geheim gehalten hat.

Ich habe nicht besonders viel ausgegeben.

Er hat Urlaube bezahlt, gemeinsame Unternehmungen, meine Familie war bei uns zu Besuch.

Es war eigentlich ok, das Geld zu teilen, es war kein Problem, aber ich war immer die Ärmere.

Nach der Scheidung hat er mir was gegeben, viel weniger wohl, als ich es mit einem Anwalt (ich hatte keinen) hätte bekommen können.

In einer anderen Beziehung war es so, wir haben auch einander finanziell geholfen.
Mal hatte ich mehr Geld, mal hatte er mehr Geld, jeder gab das, was er konnte, gemeinsam.

Es ist gut, eigenes Geld zu haben, zu verdienen, solange man gesund ist und Kraft hat.

Es ist, finde ich, auch gut gemeinsam zu wirtschaften und einander zu helfen, jeder gibt, was er kann, damit es gerecht ist. Wer hat mehr, gibt mehr.

Frauen müssen meistens sich mehr um den Haushalt, um die Kinder kümmern, für ihren Mann da sein.

Das sollte finanziell ausgeglichen werden.

Wenn ein Partner mehr verdient, sollte er mehr abgeben. Natürlich im Rahmen der Vernunft und nicht zum rausschmeißen.

Wenn man finanziell völlig unabhängig sein will, sollte man alleine bleiben.

Grenzen sind auch gut, aber der Geiz ist nicht gut. Man kann auch im Nehmen geizig sein. Falscher Stolz? Ich finde Geschenke schön, besonders, wenn es für den anderen kein Problem ist und er nicht ärmer wird, wenn er von seiner Million freiwillig und gerne paar hundert Euro abgibt und es nicht mal merkt.

Es ist gut, zu merken, ob jemand mit Geld vernünftig umgehen kann.

Wenn es aber so ist und der Partner gerne mit einem teilen möchte, wäre es ein falscher Stolz, Geld abzulehnen, wenn beide einander vertrauen, gute Freunde sind oder einander lieben und zusammen leben wollen. Wenn sie gemeinsame Kinder haben oder Kinder aus der früheren Beziehung gemeinsam großziehen.

Es ist auch Arbeit, es braucht viel Energie, eigene und nicht eigene Kinder zu betreuen, sich um sie zu kümmern.

Manchmal kann ein wohlhabender Partner finanziell seine Dankbarkeit, seine Anerkennung, seine Liebe zum Ausdruck bringen, zusätzlich zu seinen Gefühlen und seinem Verhalten.

Warum nicht mit Freude annehmen?

Man würde sich bloß abhängig machen, wenn es ausdrücklich heißt, du kriegst das, wenn du dieses machst oder nicht machst, oder es einen Vertrag darüber gäbe.

Alles andere gibt man und nimmt man auf eigenes Risiko.

Man kann es noch betonen, danke, ich freue mich über das Geschenk, aber ich lasse mich dadurch nicht beeinflussen oder kaufen.

Es ist das Risiko des Schenkenden, keine Verpflichtung zu gar nichts.
Es kann aber Ausdruck der Anerkennung und Liebe sein.

Im Ausdruck der Anerkennung und Liebe kann man es annehmen.
Das ist gegenseitiges Vertrauen.

Das Leben ist Nehmen und Geben.

Wenn mich aber ein Mann auf eine teure Reise mitnehmen möchte, und ich weiß, er will mehr als eine platonische Bekanntschaft, ich möchte aber nichts Näheres mit ihm, dann würde ich nicht mitfahren.

Vorsätzlich was annehmen, obwohl ich kein Interesse habe, das würde ich nicht tun.

Wenn wir aber zusammen sind, sein wollen, warum nicht? Garantie für Ewigkeit gibt es nicht. [für mich schon 🙈].

Kaum eine Beziehung ist für die Ewigkeit. Schöne Zeit ist doch für beide angenehm.

Wenn das Vertrauen gebrochen ist und die Beziehung vorbei ist, dann will einer nicht mehr geben und der andere wohl auch nicht gerne annehmen, oder vielleicht bloß um sich  finanziell zu rächen und sich seine Enttäuschung und Wut bezahlen zu lassen, oder um sich selbst und eventuell die Kinder finanziell abzusichern.

Wenn es bloß zu Rechnungen kommt, die man begleichen muss, ist es keine schöne Beziehung.

Wir finanzieren unsere Kinder, wir machen ihnen Geschenke, nicht um sie zu kaufen, sondern um sie glücklich zu machen, weil wir sie lieben.

Kaum jemand erwartet, dass die Kinder das Geld mal zurückgeben, wenn sie erwachsen sind?

Können Partner einander nicht so lieben oder gerne haben und verwöhnen?

Gemeinsame Zeit, Liebe, Gefühle, Erotik, Unterstützung kann man nicht in Geld ausdrücken, aber man kann mit Geld einander Freude machen.

Im Polnischen gibt es ein Sprichwort:

Lass uns wie Brüder einander lieben, jedoch bei Rechnungen wie zwei Juden abrechnen. 😁